Am vergangenen Donnerstag hat der Rat der Gemeinde Blankenheim, übrigens einstimmig, beschlossen weitere Schritte zur Gründung einer Gesamtschule mit den Standorten Blankenheim und Nettersheim zu unternehmen. Die Planungen beziehen sich in Absprache mit der Bezirksregierung Köln allerdings erst auf das Schuljahr 2013/14. Ich hoffe, dass mit diesem zeitigen Vorlauf auch die Abstimmungen mit den benachbarten Schulträgern einen erneuten Rechtsstreit wie bei der Gemeinschaftsschule verhindern können.
Ich persönlich freue mich sehr über diese Entscheidung! Sollte die Gründung einer Gesamtschule gelingen, wäre dies auch über die Grenzen der Gemeinden Blankenheim und Nettersheim hinaus ein wichtiger Schritt: Eine zweite Gesamtschule im Süden des Kreises Euskirchen ist unbedingt notwendig, wenn man sich die hohen Anmeldezahlen (u.a. sogar einige SchülerInnen aus unserer Region) an der Gesamtschule Weilerswist anschaut.
Dennoch muss man ehrlich sagen, dass dies kein Selbstläufer wird. Dazu möchte ich einige Knackpunkte aufzählen, an deren Lösung wir in den nächsten Monaten arbeiten müssen:
- Die angesprochene Abstimmung mit umliegenden Schulträgern könnte unter Umständen nicht so reibungslos verlaufen.
- Für eine Gesamtschule sind 100 SchülerInnen erforderlich; für die Genehmigung dürfen zunächst nur die Kinder aus den beteiligten Kommunen gezählt werden. Es gilt also hier, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen!
- Die Beteiligung der Gemeinde Dahlem wäre ein wichtiger Schritt, um die notwendigen Schülerzahlen zu erreichen. Dort ist der Rat jedoch bisher sehr zurückhaltend.
- Die Frage der zwei Standorte ist sicherlich ein Aspekt, der Überzeugungsarbeit bei den Eltern erfordert. Die Kinder müssen also höchstwahrscheinlich in den ersten Jahren nach Nettersheim fahren und wechseln dann im Klassenverband nach Blankenheim. Auch mir persönlich wäre Blankenheim als einziger Standort natürlich lieber!
Es ist also noch einiges zu tun bis eine Gründung erfolgen kann. Ich bin zuversichtlich, dass man das diesmal nach dem Scheitern der Gemeinschaftsschule schaffen kann. Die Gesamtschule ist der ehrlichere Weg. Der Modellversuch Gemeinschaftsschule ließ sehr viele verschiedene Konzepte zu. Die Ausgestaltung in Blankenheim spiegelte mit einer Differenzierung in den Hauptfächern ab Klasse 7 und einer gymnasialen Oberstufe aber im Prinzip das Modell einer Gesamtschule wieder.
Gemeinsam mit den Jusos im Kreis Euskirchen habe ich am Freitag, den 16.12., intensiv über die Schullandschaft im Kreis Euskirchen diskutiert. Auch dort sind die Vorteile einer Gesamtschule zum Ausdruck gekommen. Jedoch ist nicht nur die Schulform entscheidend, auch Ausstattung und das Engagement des Lehrerkollegiums tragen entscheidend zur Qualität einer Schule bei. Den Bericht über den Juso-Themenabend und das zugehörige Positionspapier findet man hier.
Der 30 Jahre alte Aufkleber wurde mir übrigens während des Themenabends vom ehemaligen didaktischen Leiter der Gesamtschule in Weilerswist geschenkt!




